1, 2 Polizei in Lübeck am 16./17. Januar 2010
Louisa Lange am 13.05.2010 – Keine Kommentare
Turnierbericht von Saskia:
“Samstagmorgen, kurz nach zehn am Bremer Bahnhof. Von ursprünglich über 13 gemeldeten fanden sich 8 mehr oder minder wache Flipper auf Gleis 10 ein, um zum Turnier nach Lübeck aufzubrechen. Glücklicherweise war man erst im Nachmittagspool gesetzt und hatte so ein relativ ordentliches Zeitpolster um nach Lübeck zu gelangen. Die Fahrt verlief eher ruhig und nachdem wir am Lübecker ZOB unseren ersten Gegner, die Rostocker Endzonis, getroffen”: haben, wurden auch schon fleißig Taktiken zur Verwirrung des Gegners geschmiedet. Immerhin sind wir dann doch alle zusammen in ein und den selben Bus ein-, sowie an der selben Haltestelle auch wieder ausgestiegen. Was ich auf diesem Turnier u.a. gelernt habe ist das Flipper sehr hart im nehmen ist. Wenn er bei Spielen nicht grad kopfüber aus dem Basketballkorb „zuguckt“, oder von kleinen Kindern durch die Halle geschleppt wird, wird er auch mal als „Beifang“ mit der Schwanzflosse an einen Halteriemen im Bus gehängt. Er eignet sich aber auch wunderbar als Rückenpolster an kalten Sporthallenfenstern…
In der Halle angekommen war das Turnier schon in vollem Gange. Für mich und Tina war es ja nun das erste Turnier und zudem auch das erste Mal Frisbee in der Halle. Alleine das war schon ein Erlebnis für sich. Da fehlte uns bei den ersten Würfen doch ein klein wenig der Wind und die Überlegung sich draußen im Schnee einzuspielen wurde mehr als einmal geäußert. Doch so viel zeit blieb und gar nicht, denn nach gefühlten fünf Minuten aufwärmen und einwerfen war es endlich soweit: kurze Taktikbesprechung („Wir spielen wie immer. Kurze Pässe, ruhig und präzise und dann geht die Scheibe wie von selbst nach vorne. Keine langen Dinger auf gut Glück!“), den Flipper-Song mehr gegrölt als gesungen und ab auf die Linie. Vom Spiel selber weiß ich nur noch das es auf beiden Seiten ein wenig schleppend anfing, die Rostocker kurz in Führung lagen, wir dann im Endeffekt aber besser ins Spiel gekommen sind. Und von wegen kurze Pässe: ein langes Ding nach dem nächsten – und wenn sie nicht grad gegen die Decke gegangen sind – dann haben sie auch meistens ihren Weg zu Stefan gefunden, der im Verlauf des gesamten Turniers wirklich viele geniale Catchs in der Endzone hingelegt hat. Da bleibt mir persönlich nur noch zu sagen: mein erstes Spiel – mein erster Punkt in einem Spiel – unser erster Sieg im Turnier Very Happy Von da an war alles weitere für mich nur noch Zusatz. Und es kam noch so viel mehr, womit wir eigentlich nicht gerechnet hatten.
Das Spiel gegen die Endzonis konnten wir somit schlussendlich mit 9:5 für uns entscheiden. Nach der Kreisbesprechung mit unserem „Gegner“ (bei so viel Spirit mag man gar nicht ein so negativ belastetes Wort benutzen) war ich vollkommen vom Turnier begeistert. Beim Fußball hört man immer den Spruch: „11 Freunde sollt ihr sein.“ Beim Frisbee sind alle Freunde und keiner beschränkt sich auf seine Mannschaft. Wenn ich davor nur eine Ahnung davon hatte, wie genial der Sport ist, dann hab ich es spätestens in der halben Stunde meines ersten Spiels vollkommen begriffen.
Aber weiter im Text: Das nächste Spiel war glücklicherweise nur eine Stunde nach dem ersten, so dass wir die Zeit für eine Teambesprechung und weiteres Werfen genutzt haben. Im zweiten Spiel ging es gegen das Gastgebende Team, die Baltimate’s Gendarmen. Trotz unseres ersten Sieges, hielten wir den Ball flach und rechneten mit einem schweren Spiel. Ich steh bei Spielen leider anscheinend so unter Strom, das ich im Nachhinein keine wirklichen Details mehr wiedergeben kann. Unsere Taktik blieb: kurze (!!!) Pässe. Und der erste Punkt war natürlich wieder ein langer übers gesamte Spielfeld. Nachdem wir auch in unser zweites Spiel ein wenig unkonzentriert gestartet sind, konnten wir das Ruder relativ schnell und sicher wieder an uns reißen und souverän mit 13:7 gewinnen. Die Stimmung im Team konnte wirklich nicht besser sein. Zwei Spiele in Folge gewonnen und das sogar einfacher, als wir gedacht hätten.
Doch das schwerste Spiel an diesem Tag stand uns noch bevor: das Bremer Duell gegen die Muddis. Mit ihrer Routine spielten die Mütter uns leider relativ geschickt aus und die Fehler in unseren eigenen Reihen nahmen deutlich zu, so dass wir am Ende mit 8:13 unterlagen. Eine im Grunde erwartete Niederlage, auch wenn wir uns besser hätten präsentieren können. Allerdings muss man erwähnen, dass Deine Mudder ohne Anfänger angereist waren und Tina und ich doch so unsere Probleme mit der einzigen Frau im gegnerischen Team hatten. Nichts desto trotz war der Tag für uns hervorragend gelaufen. Wir hatten den oberen Pool erreicht und waren mit der bisherigen Leistung mehr als zufrieden.
Auf ging es mit Sack und Pack zurück in die Lübecker Innenstadt um sich erst einmal mit Bier einzudecken. Auf dem Gelände der Polizeiakademie war dieses für viele doch sehr kostbare Gut leider verboten, weshalb auch kein Beerrace stattfinden konnte. Nachdem uns mehrere Lübecker für verrückt erklärt hatten mit unserem Gepäck durch die gesamte Innenstadt zur Schlafhalle laufen zu wollen, spornte dies natürlich dazu an den doch recht langen und teilweise vereisten Weg ohne Murren hinter sich zu bringen. Wozu trainieren wir sonst bei jedem Wetter draußen? Endlich in der Schlafhalle angekommen machten wir es uns in einer der Ecken gemütlich. Natürlich in der hintersten, waren wir doch schließlich diejenigen, die am nächsten Tag als erste aufstehen mussten, um dann ziemlich verschlafen über alle anderen drüberzusteigen. Langsam aber sicher meldete sich der Magen eines jeden Flippers und der Ortskundige Daniel spielte mit Freunde den Stadtführer zum erwählten Bistro, vor dem wir einen einsamen Spieler der Searhorses aufgegabelt und kurzer Hand für den Abend adoptiert haben.
Mit vollem Magen, zufrieden mit der Leistung des Tages und mittlerweile doch ein wenig müde, hätten wir uns alle gerne ein wenig hingelegt. Doch meine erste Frisbee-Turnier-Party konnte ich ja nun auch nicht verpassen. Somit zogen wir weiter zur Partylocation im Lübecker Studentenwohnheim, in dem die Flippers erst einmal geschlossen am Kicker hängen blieben und sich an Meister Krusty und Gehilfe Daniel die Zähne ausbissen. Ich weiß nicht wie oft die beiden gewonnen haben, jedenfalls haben sie den Kicker ziemlich für sich monopolisiert. Die Party stand, wie das gesamte Turnier, musiktechnisch unter dem Motto „90ger Jahre“. Das Gute an der Musik: man kennt fast jedes Lied. Das Schlechte: man kommt einfach nicht von der Tanzfläche, wenn ein Lieg besser als das Nächste ist! Und das die Flippers richtig Party machen können haben wir denke ich sehr eindrucksvoll und vor allem dank Krusty auch sehr textsicher bewiesen! Hätten wir nicht um 7.45 schon wieder in der Kälte stehen und auf unser Taxi warten müssen, der Partypreis wäre eindeutig unser gewesen! So haben wir irgendwann gegen 2 Uhr die Segel streichen müssen um uns auf den Heimweg zumachen. Allerdings nicht ohne einigen Müddern beim (im alkoholisierten Zustand wirklich beschwerlichem) Weg über das Kopfsteinpflaster zurück zur Schlafhalle zu helfen.
Nach einer entsprechend kurzen Nacht quetschten die leicht übermüdeten und teilweise unter dem Einfluss des Restalkohols stehenden Flipper sich in das bestellte Taxi, um sich den Weg ins Halbfinale zu erkämpfen. Das Frühstück, für die meisten aus Bananen bestehend, und einem etwas vorsichtigerem Einwerfen zum Testen der Reflexe und Zielgenauigkeit, begann das Spiel gegen Griffins Lehre für uns erwartet nüchtern. Einige Fehlpässe, das obligatorische „Wir haben zwar Kurzpass gesagt, aber ich versuch mal den langen“, und Kommunikationsschwierigkeiten, machten uns das Spiel unnötig schwer und wir mussten um wirklich jeden Punkt hart kämpfen. Erst in den letzten Minuten lichtete sich der Nebel in den Köpfen und die Initiative lag nun eindeutig bei uns, so dass wir das Spiel mit 11:7 für uns entscheiden konnten. Für den Moment war jede Müdigkeit verflogen. Wir hatten tatsächlich das Halbfinale erreicht und konnten im schlechtesten Fall 4. werden! So eine starke Platzierung hätte ich nie bei meinem und Tinas erstem Turnier erwartet. Zudem mussten wir ja auch noch einen teilweisen Ausfall beklagen, da Henning sich leider durch Beschwerden im Oberschenkel etwas zurückhalten musste.
Egal wie das Halbfinale ausgehen würde, wir waren bester Stimmung. Allerdings hieß es dann erst einmal warten. Über 3 Stunden lagen bis zum Halbfinale vor uns und wir hatten genug Zeit zum richtigen Aufwachen, Frühstücken und den Platzierungsspielen der unteren Pools zuzusehen. Vorm Habfinale ging der Puls dann wieder hoch. Jetzt ging es um alles und das merkte man uns auch an. Unseren Gegner – die TeKielas – hatten wir noch nicht spielen sehen, allerdings sprach alleine schon ihre durchschnittliche Körpergröße eine eindeutige Sprache. Hab ich Stefan bisher für groß gehalten, musste ich meine Meinung nun ein wenig revidieren. Und da gab es nicht nur einen Turm auf der anderen Seit des Feldes, da standen gleich 4. Doch alleine von der Größe ließen wir uns nicht beeindrucken und zogen furchtlos und voll gepumpt mit Adrenalin in die Schlacht. Wobei das natürlich nur eine Redewendung ist. Es war ein wirklich sehr faires Spiel, teilweise ein wenig langatmig, wenn auf der gegnerischen Seite vorm Anwurf noch länger die Taktik besprochen wurde, aber alles in allem ein interessantes Halbfinale. Die ersten Punkte konnten wir auch noch sehr gut mithalten, doch dann kamen die TeKielas eindeutig besser ins Spiel und ein langer Overhead nach dem nächsten fand sein Ziel in unserer Endzone. So ging das Spiel verdienter Weise 11:6 an die Kieler, die uns in der Kreisbesprechung jedoch sehr viel Respekt zollten und sich für das schöne Spiel bedankten.
Das zweite Halbfinale verfolgten wir mit Spannung, war der Verlierer schließlich unser Gegner im Spiel um Platz 3. Fischbees vs. Deine Mudder versprach von den Namen der Mannschaften her ein hoch brisantes Duell zu werden und keiner wollte sich festlegen, wer es wohl am Ende für sich entscheiden konnte. Beide Teams ohne Anfänger und nur auf Seiten der Mütter mit einer Frau angereist, gehörten beide Teams definitiv zu den potentiellen Turniersiegern. Doch hatten wir die Muddis nur Stunden vorher zur Schlafhalle tragen müssen und sorgten uns berechtigterweise um die körperliche Verfassung der Spieler. Die Sorge war auch nicht ganz unberechtigt. Auch wenn mit viel Körpereinsatz gespielt wurde, so war dies doch nur nötig, weil extrem ungenau und schlecht geworfen wurde. Erst nach deutlichem Rückstand wachten die Bremer auf und kämpften sich auf einen 8:10 Endstand heran. Ein paar Minuten länger und sie hätten das Spiel unter Umständen noch drehen können. Da bleibt nur eins zu sagen: Den Sieg haben sie wohl versoffen!
Und damit war unser Gegner im letzten Spiel wieder Deine Mudder. Angespornt von der Aussicht auf einen Platz auf dem Treppchen waren wir alle ziemlich heiß auf das Spiel. So konzentriert eingeworfen haben Tina und ich uns das gesamte Turnier nicht. Die Stimmung im Team war auf dem Hochpunkt, das war unsere Chance endlich einmal gegen das andere Bremer Team zu gewinnen! Ein letztes Mal wurde der Flippers-Song lautstark angestimmt und dann ging es auch schon los. Außer meiner zitternden Knie, wenn ich am Rand stand und der einfach nur genialen Atmosphäre in der Halle (es ist ungemein motivierend, wenn die Zuschauer einen anfeuern) weiß ich detailmäßig leider nicht mehr besonders viel. Bis zum 7:7 war es ein heiß umkämpftes Spiel. Der Alkoholpegel unseres Gegner war eindeutig wieder gesunken, aber mit viel Initiative und einer hervorragenden Offense (die Defense beider Teams war eher mittelmäßig, was in der Kreisbesprechung zum Vorschlag führte, man sollte eindeutig mal mehr zusammen trainieren) konnten wir sehr eindrucksvoll mithalten. Leider schlichen sich in den Schlussminuten einige Fehler in unser Spiel ein und die Mütter konnten mit Routine und Erfahrung den Sack für sich zumachen. Am Ende stand es 11:9, ein Ergebnis das sich meiner Meinung nach sehen lassen kann und unsere Steigerung zum Vortag zeigt. Mit einem Anfänger auf Seiten der Muddis zum Ausgleich für Tina und mich hätte das Ganze sogar unter Umständen anders ausgesehen, so haben wir uns gegen Mandy leider nur selten durchsetzten können.
Aber der 4. Platz war mehr als wir uns erhofft hatten und so waren wir nicht über die Maßen von unserer knappen Niederlage enttäuscht. Das Spiel gehörte definitiv zu unseren besten im Turnier, wenn es nicht sogar das Beste war. Soviel Adrenalin, absolut fairer Kampfgeist und Spaß am Spiel auf einmal haben mich wirklich umgehauen.
Alles in allem hat das Turnier mir (und ich denke ich kann ruhig für alle mitgereisten Flipper sprechen)unheimlich viel Spaß gemacht. Und an dieser Stelle auch noch mal Danke die alten Hasen für die tolle Einführung ins Turnierleben der Blue Flippers!